Postsperre

 

Falls erforderlich, ordnet das Insolvenzgericht an, die für den Schuldner bestimmte Post dem Insolvenzverwalter zuzustellen. Dies dient der Aufdeckung oder Verhinderung nachteiliger Rechtshandlungen des Schuldners zum Schutz der Gläubiger.

Der Insolvenzverwalter darf die Post öffnen, muss dem Schuldner aber die nicht das Insolvenzverfahren betreffenden Sendungen zukommen lassen.

Die Verhängung einer Postsperre ist ein in der InsO (§ 99 InsO) geregeltes Mittel des Gläubigerschutzes, kann aber ausschließlich durch richterlichen Beschluss angeordnet werden. Der Schuldner sollte vor Erlass des Beschlusses angehört werden. Die Anhörung kann ausgesetzt werden, wenn die Anhörung den Zweck der Postsperre gefährden würde (§ 99 Abs. 1 S. 2 InsO), ist aber sofort nach Erlass der Postsperre nachzuholen. Dem Schuldner steht nach § 99 Abs. 3 InsO die sofortige Beschwerde zu.