Partikularinsolvenzverfahren

 

Ein Partikularinsolvenzverfahren kommt in Betracht, wenn ein Unternehmen seinen Stammsitz im Ausland hat, aber eine Niederlassung im Inland besitzt. Gemäß der Europäischen Insolvenzordnung (erstreckt sich auf alle EU-Staaten ausgenommen Dänemark) beschränkt sich ein Partikularinsolvenzverfahren dann auf das Vermögen des Schuldners im Inland.

Eingeleitet wird es nur auf Antrag eines Gläubigers. Es ist zudem nur möglich, wenn noch kein Hauptinsolvenzverfahren über die eigentliche Mutter in einem anderen EU-Mitgliedsstaat eröffnet wurde. Gründe für die Einführung des Partikularinsolvenzverfahrens waren:

Verbesserte Durchsetzung von inländischen Ansprüchen der Arbeitnehmer aus Sozialplänen.

Steuerforderungen des deutschen Fiskus werden einfacher realisiert.

Gläubiger der inländischen Niederlassung des Schuldners können ihre Rechte im Vergleich zu einem ausländischen Hauptverfahren in fremder Sprache und mit fremder Rechtsordnung einfacher geltend machen.

Inländische Vermögensgegenstände müssen nicht einem ausländischen Verwalter ausgehändigt werden.

Ausländische Gläubiger erhalten nach Eröffnung eines ausländischen Insolvenzverfahrens nicht nach ausländischem Recht die Möglichkeit zur Einzelvollstreckung im Inland.

 

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