Mahnverfahren

 

Das Mahnverfahren ist eine einfaches Gerichtsverfahren (Sie brauchen keinen Rechtsanwalt) und eine schnelle Möglichkeit (keine mündliche Verhandlung) Geldforderungen von säumigen Schuldnern einzufordern. Es ist für Geldforderungen in unbegrenzter Höhe zulässig. Das kostengünstige Verfahren bietet sich dann an, wenn kein Widerspruch des Schuldners zu erwarten ist. Bezahlt der Schuldner im Mahnverfahren nicht, so ergeht ein Vollstreckungsbescheid. Mit diesem Titel kann der Antragsteller durch den Gerichtsvollzieher pfänden lassen. Das Mahnverfahren ist nicht zu verwechseln mit außergerichtlichen Mahnungen durch Rechtsanwälte oder Inkassodienstleister.

Ablauf des Mahnverfahrens:

Das Mahnverfahren wird auf Antrag des Gläubigers beim zuständigen Mahngericht (Wohnsitz des Antragstellers) eingeleitet.

Über die offizielle Webseite der deutschen Mahngerichte ( https://www.mahngerichte.de/) können Sie für alle Bundesländer den Mahnbescheid auch online beantragen oder dort ausfüllen und ausdrucken. Dieser Antrag ist auch als Vordruck in Schreibwarenläden erhältlich.

Nach Eingang prüft das Gericht den Antrag auf formelle Richtigkeit.

Danach wird ohne Prüfung der Gründe der Mahnbescheid erlassen und dem Schuldner zugestellt, sofern die Gebühren vom Antragsteller bezahlt wurden. Die Höhe der Kosten richtet sich dabei nach dem Wert der Beträge, die als Hauptforderung in dem Antrag geltend gemacht werden.

Diese vorfinanzierten Gerichtskosten werden im Mahnbescheid zur Forderungssumme und den eventuellen Verzugsschäden (z.B. Zinsen und Anwaltskosten) addiert. Zahlt der Schuldner seine Schulden auf Grund des Mahnbescheids, erhält der Gläubiger entsprechend die Gerichts- und Anwaltsgebühren in voller Höhe zurück.