Gläubigerausschuss

 

Das Insolvenzgericht und die Gläubigerversammlung können einen Gläubigerausschuss einsetzen. Es besteht keine Pflicht, einen Gläubigerausschuss zu berufen. In Großverfahren wird häufig ein Gläubigerausschuss bestimmt, um die Interessen aller Gläubiger zu vertreten.

Den Gläubigerausschuss bilden Vertreter der absonderungsberechtigten Gläubiger, der Kleingläubiger und der Insolvenzgläubiger mit den höchsten Forderungen. Arbeitnehmer sind zu beteiligen, wenn sie mit namhaften Lohn-Forderungen beteiligt sind. Die Vertreter dieser Gruppen brauchen nicht selbst Gläubiger zu sein, so dass der Gläubigerausschuss auch mit externen Fachleuten (z.B. Anwälten) besetzt werden kann.

Seine Funktionen sind eher mit dem eines Aufsichts- oder Beirats im Gesellschaftsrecht zu vergleichen. Insofern übt er eine Überwachungs- und Unterstützungsfunktion aus. Grundsätzlich besteht kein Weisungsrecht gegenüber dem Insolvenzverwalter. Die für das Verfahren wesentlichen Entscheidungen werden durch die Gläubigerversammlung getroffen.

Der Ausschuss entscheidet mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen.  Seine Mitglieder haften bei Pflichtverletzungen gegenüber den absonderungsberechtigten Gläubigern und den Insolvenzgläubigern auf Schadensersatz. Die Mitglieder des Gläubigerausschusses haben einen Anspruch auf Vergütung ihrer Tätigkeit und auf Erstattung ihrer Auslagen. Ein Mitglied des Gläubigerausschusses kann bei vorliegendem wichtigem Grund vom Insolvenzgericht entlassen werden.