Was ist die Forderungsanmeldung?

Wird über das Vermögen eines Schuldners das Insolvenzverfahren eröffnet, kann der Gläubiger seine Ansprüche nur noch gegenüber dem Insolvenzverwalter geltend machen.

Forderungsanmeldung
PDF Formular zur Forderungsanmeldung

Zu diesem Zweck wird er aufgefordert, durch die sog. Forderungsanmeldung seine Ansprüche dem Insolvenzverwalter gegenüber darzulegen und zu beziffern. Um die Abwicklung effizient zu gestalten, erfolgt die Datenerhebung meist standardisiert per Formular oder Interneteingabe (siehe Assistent) und beinhaltet folgende Informationen:

  • den Inhaber der Forderung und dessen gesetzlicher Vertreter
  • den Betrag der angemeldeten Forderung
  • der Grund der Forderung (z.B. Werkvertrag)
  • Belege in Form von Rechnungen und anderen beweiskräftigen Urkunden
  • Nebenforderungen (z.B. Zinsen und Kosten) sind getrennt von der Hauptforderung zu erfassen.
Fehlerhafte Forderungsanmeldung

Achtung! Es dürfen nur Zinsen und Kosten geltend gemacht werden, die vor der Insolvenzeröffnung entstanden sind: Der letzte Zinstag ist jeweils der Tag vor der Insolvenzeröffnung. Der Gläubiger ist für die korrekten Angaben verantwortlich. Fehler in der Forderungsanmeldung, bspw. fehlerhafte Berechnung der Zinsen, führen dazu, dass die Forderung durch den Insolvenzverwalter bestritten und damit nicht anerkannt wird.

Form und Frist der Forderungsanmeldung

Die Anmeldung soll schriftlich in zweifacher Ausfertigung beim Insolvenzverwalter eingereicht werden. Die Anmeldung muss dabei innerhalb der vom Insolvenzgericht gesetzten Anmeldefrist erfolgen. Die Anmeldefrist kann entweder dem Anschreiben des Insolvenzverwalters oder dem Eröffnungsbeschluss über die Insolvenz des Schuldners, bspw. aus den Verfahrensinformationen des Insolvenz-Portals entnommen werden.  Verspätet kann die Forderung noch bis zum Schlusstermin angemeldet werden. Dabei können zusätzliche Kosten durch die verspätete Forderungsanmeldung entstehen, die in der Regel 15,- € betragen.