Eigenverwaltung

 

Durch die Anordnung der Eigenverwaltung soll die Sanierung des Unternehmens ermöglicht werden. Eigenverwaltungsverfahren gemäß ESUG sind in den §§ 270 ff InsO geregelt; man unterscheidet zwischen Eigenverwaltungsverfahren gem. § 270a InsO  und sog. Schutzschirmverfahren gem. § 270b InsO.

Bei der Eigenverwaltung spricht man von einem so genannten verwalterlosen Verfahren. Das heißt, dass der Schuldner die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis über sein Vermögen nicht verliert, sondern die Aufgaben des Insolvenzverwalters übernimmt. Er genießt damit auch einige Sonderrechte des Insolvenzverwalters wie z.B. verkürzte Kündigungsfristen, ist aber auch dem Grundsatz der Gläubigergleichbehandlung verpflichtet.

Während des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung wird die Geschäftsleitung durch den gerichtlich bestellten Sachwalter überwacht.

Insolvenzplan (gemäß §§ 217 ff. InsO) und Eigenverwaltung werden in der Praxis oft kombiniert eingesetzt. Insbesondere bei komplizierten Konzernstrukturen bietet sich die Kombination aus Eigenverwaltung mit abgestimmten Insolvenzplänen an.